3D Printprodukte mit Cinema 4D designen

Produktfotos ohne Produkte zu fotografieren

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Hört sich erst komisch an, aber eigentlich dennoch nachvollziehbar. Und jeder, der schon einmal versucht hat, Printprodukte zu fotografieren, der weiß, wie schwierig dieses Vorhaben ist. Das lässt sich an einem kleinen Beispiel einfach erklären. Man stelle sich vor, man hat einen einfachen Briefumschlag und diesen gilt es, stehend zu fotografieren. Das Sichtfenster sollte möglichst nicht reflektieren und das Papier makellos und knitterfrei sein. Der Schattenwurf gleichmäßig homogen und der Hintergrund verlaufsfrei und eintönig dezent. Und nun viel Spaß beim Fotografieren! Allein das Lichtsetting dafür einzurichten, dürften eine echte Herausforderung sein. Natürlich kann man sich für die Szenerie verschiedener Hilfsmittel bedienen. So wäre beispielsweise denkbar hinter den Briefumschlag einen versteckten, kleinen Ständer aufzurichten, der das Printprodukt hält. Aber was, wenn aus dem einseitigen Umschlag plötzlich ein Blätterkatalog mit extrem dünnen Papier wird. Und was, wenn dieser auch noch leicht aufgefächert dargestellt werden soll. Der Aufwand für ein solches Fotoshooting wäre enorm und die Postproduktion mit Photoshop ein stundenlanges Unterfangen. Und wenn man jetzt an die Kosten für solche Bilder denkt, kann einem schwindelig werden. Daher kam mir der Gedanke, diesen Auftrag ganz ohne den Einsatz einer echten Kamera zu realisieren. Also praktisch Produktfotos machen, ohne die Produkte zu fotografieren. Der einzige Haken an der Geschichte: man braucht ganz gute Kenntnisse mit einer 3D-Software.

3D-Printprodukte mit Cinema 4D

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Früher habe ich meine ersten kleinen 3D-Projekte mit 3D SMAX umgesetzt. Durch mein Grafikstudium bin ich dann jedoch zu Cinema 4D von Maxon gewechselt und seitdem dabei geblieben. Es gibt sicherlich noch umfangreichere Tools in diesem Bereich, aber Cinema 4D ist für mich das perfekte Werkzeug, wenn man schnell richtig gute Ergebnisse produzieren will. So auch in diesem Fall: die Aufgabe war, sechs verschiedene Printprodukte professionell und realistisch zu präsentieren. Da ich ein physisches Fotoshooting aufgrund des Aufwands von Anfang an ausgeschlossen habe und nicht unendliche Stunden vor Illustrator und Photoshop sitzen wollte, habe ich mich für eine 3D-Simulation entschieden. Das Setting war dabei relativ simpel aufgebaut:

  • eine Zielkamera
  • eine Lichtquelle
  • Boden- und Himmelobjekt
  • und das 3D-Modell selbst

Für das Rendering habe ich ebenfalls nur minimalistische Einstellungen verwendet:

  • 2×2 Antialiasing (50% MIP Stärke)
  • Ambient Occlusion (10 – 32 Samples bei 100% Genauigkeit und 100% Verteilung)
  • Global Illumination im IC+QMC-Einzelbild Modus

Durch die Kombination von Ambient Occlusion und Global Illumination bekommt man ein wirklich schönes, gleichmäßiges Ergebnis in Sachen Licht und Schatten hin, ohne unzählige Lichtquellen einzusetzen. Das einzig verwendete Licht dient nur der allgemeine Aufhellung der Szene und hat dabei nur eine Lichtstärke von 70 Prozent. Was sich hier so einfach anhört (zumindest für versierte Designer mit 3D-Erfahrung) war tatsächlich im Vorfeld ein bisschen aufwändiger. Denn ich habe bestimmt 4 Stunden rumprobiert, um die ideale Einstellung zu finden. Die fertigen Renderings habe ich dann noch minimal mit Photoshop nachbearbeitet, um das Finish perfekt zu machen.

Das Resultat dieser Arbeit waren dann sechs Illustrationen für unterschiedliche Printprodukte im Selfmailer-Bereich, die man sich auf der Website von mediaport production anschauen kann.

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