So funktioniert Hyperlapse

Man kann es kaum glauben, aber die Entwickler aus dem Hause Microsoft haben mal wieder ein cooles Feature gebaut: Hyperlapse. Klingt erst einmal nichtssagend, oder? Lassen wir erst einmal Bilder sprechen – das hier kann Hyperlapse:

Hyperlapse-Algorithmus für Action-Kameras

Der Hintergrund hinter dieser neuartigen Bildstabilisierung ist ein einzigartige Algorithmus, der speziell für den sogenannten „First-Person-View“ oder kurz auch FPV entwickelt wurde. Ein beliebtes Trendprodukt sind kleine Action-Kameras, die Aufgrund ihrer kompakten Größe und Weitwinkelobjektive ein immer häufigerer Reisebegleiter für Sportler und Aktivurlauber geworden sind. Und eben viele solcher Action-Kamerabesitzer tragen die Geräte mit speziellen Halterung direkt am Kopf oder an der Brust. So entsteht eine „Ego-Perspektive“ (oder auch FPV) die gerade bei sportlichen Aktivitäten wie Wandern, Bergsteigen, Fahrradfahren oder Joggen ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Es gibt dabei nur ein großes Problem: von Haus aus haben die meisten Kameras keine oder nur sehr minimale Bildstabilisatoren an Board. Geräte wie die GoPro Hero beispielsweise erzeugen zwar ein ziemlich geniales Bild, sind aber oftmals sehr verwackelt. Jede Bewegung löst minimale Erschütterungen aus, weswegen die Aufnahmen immer ziemlich ruckelig aussehen. Das ist zwar kein riesen Beinbruch, da die meisten diese Aufnahmen nur für private Zwecke nutzen, aber auch für Fernseh- und Filmproduktionen werden diese Kameras schon eingesetzt und hier wäre ein gut funktionierendes Tool zum Stabilisieren der aufgenommenen Filmsequenzen sehr von Vorteil.

Was ist Hyperlapse und wie funktioniert es?

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Und genau an dieser Stelle setzt Microsofts Hyperlapse Algorithmus an. Wei das Video oben eindrucksvoll beweist, zaubert Hyperlapse aus einem verwackelten FPV ein sehr flüssiges und ruckelfreies Bild – man könnte fast denken, die Aufnahme wurde mittels Kamerafahrt erzeugt. Aber wie geht das? Microsoft hat hierfür ein Tool entwickelt, was im ersten Schritt den 3D-Kamerapfad erkennt und virtuell nachbildet. Das heißt hier wird bereits eine Art von neuartige Bilderkennung und -analyse eingesetzt. Ist diese Pfad nachgebildet wird ein geometrischer Proxy erstellt, also ein nachgebildeter „neuer“ Kameraweg, der durch den originalen ersetzt wird. Im letzten Schritt werden beide Pfade wieder zusammengesetzt und mit einander verblendet. Microsoft nutzt dafür nur jedes zehnte Bild, wodurch auch die ganz eigene Optik von Hyperlapse zustande kommt. Wie im Video zu sehen ist, sehen die Bewegung vorbeilaufender Passanten etwas seltsam aus. Das liegt schlicht daran, dass es in der Regel 24 Bilder pro Sekunde benötigt, um ein flüssiges Bild darzustellen. Hyperlapse nutzt aber nur jedes zehnte Bild – umgerechnet also nur 2 statt 24 ursprünglichen Bildern.

Timelapse ist nicht gleich Hyperlapse

Wie in Microsofts Video erklärt wird, ist eine Möglichkeit, eine FPV-Video interessanter zu machen, der Schnellvorlauf. Diese Technik wird auch „Timelapse“ genannt. Das Problem dabei, ist die Verstärkung der verwackelten Bilder, weil sie in Kürzerer Folgen hintereinander auftreten und dadurch noch präsenter werden. Um dies zu verhindern, nutzt Hyperlapse zwar auch diesen Schnellvorlauf (also baut praktisch auf Timelapse auf), braucht aber dank des virtuellen und optimierten Kamerapfads nur jedes zehnte Bild, das dann weich und flüssig ins nächste überblendet wird. Im Prinzip ist der Hyperlapse-Algorithmus von Microsoft nichts anders, als ein weicher und stabilisierter Zeitraffer. Bis das Tool offiziell veröffentlich wird, kann es wohl noch einige Zeit dauern. Microsoft selbst hat bereits angekündigt, dass es Hyperlapse vorerst nur als Windows-App geben wird.

Action-Kamera: GoPro Hero 3

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und einen Brustgurt-Mount für die FPV-Aufnahme:

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