HTML Baukasten Adobe Muse CS6 im Test

Editoren zum Erstellen von Websites gibt es wie Sand am Meer. Einer der bekanntesten ist wohl Adobe Dreamweaver. Hier muss der Webdesigner allerdings wissen, was er tut – denn Kenntnisse in gängigen Programmiersprachen sind Voraussetzung. Zwar gab es immer wieder Versuche, auch von Adobe, Baukasten-Tools zu entwickeln, mit denen man seine Website einfach „zusammenschieben“ konnte. Das funktionierte aber nur mit statischem und simplen Content. Und selbst dann war der generierte HTML-Code wüst, unnötige aufgeblasen und sehr unübersichtlich.

Neuerscheinung Adobe Muse CS6

Muse CS6 Baukasten
Mit der neuen CS6-Familie hat Adobe nun auch einen neuen Sprössling vorgestellt: Muse. Dies ist ein erneuter Versuch, ein Website-Baukasten-Tool auf den Markt zu bringen. Die Anforderungen waren klar: es sollte einfach zu bedienen sein, man braucht keinerlei HTML- oder CSS-Kenntnisse und es muss sauberen Code ausgeben. Außerdem musste es möglich gemacht werden, auch etwas komplexere Elemente einzubauen. So gehört ein Kontaktformular als auch eine Foto-Galerie dazu. Aber kann Adobe Muse das leisten?

Baukasten-Tool Adobe Muse im Test

Ich habe mich einmal rangemacht und Adobe Muse ein wenig getestet. Als erstes fällt schnell auf, dass die GUI von Muse der von Word recht ähnlich ist. Ich kann Text-Elemente vergleichbar einfach formatieren und ausrichten. Wer außerdem schon einmal mit Dreamweaver gearbeitet hat, wird ebenso einige Parallelen feststellen. Grundsätzlich aber findet man sich schnell zurecht und nach wenigen Minuten hat man einen guten Funktionsüberblick.
Mittels einer Objekt-Bibliothek kann ich via Drag-and-Drop verschiedene Elemente einfach auf meine Webseiten-Bühne ziehen. So lassen sich in Sekundenschnelle Foto-Galerien mit Lightbox-Effekt, Kontaktformulare und Infoboxen erstellen.
Ebenso einfach lassen sich im neuen Muse Menüs und eine komplette Struktur des Projekts aufbauen.
Adobe Muse Menue aufbauen
Mittels einfacher Kachelstruktur kann man eine komplette und umfangreiche Menüführung aufbauen, unterverlinken, verzweigen und anordnen. Ebenfalls einfach und schnell sind die Menüs auf der Website in horizontaler oder vertikaler Ausrichtung erstellt. Die Seiteneigenschaften, als da wären Seitenbreite, Minimale Höhe, Spalten, Innenabstand (Padding), Außenabstand (Margin), Favicon und Metadaten lassen sich einfach und jederzeit ändern.

Sauberer HTML und CSS Code von Adobe Muse

Zugegeben, ich habe noch kein Praxisprojekt mit Adobe Muse umgesetzt und zum Testen nur einige Elemente „zusammengeschoben“. Der HTML und CSS Code allerdings sieht auf den ersten Blick wirklich sauber und ordentlich formatiert aus. Ebenfalls erfreulich ist, dass Muse den Code sogar kommentiert. So lassen sich später auch eigene Anpassungen noch übersichtlich umsetzen. Wie das Ganze wirklich mit einem Praxisprojekt aussieht, wird sich noch zeigen. Feststeht aber, dass Adobe Muse ein ziemlich cooles Tool ist, um schnell, einfach und sauber eine simple Website zusammenzubauen. Natürlich ersetzt auch Muse nicht die Arbeit eines Webdesigners, wenn es um komplexere und sehr individuelle Aufträge geht. Trotzdem ist es, nach meiner Meinung, das erste HTML-Baukasten-Tool, was praxisfähig ist. Wünschenswert wären allerdings noch ein paar mehr Funktionen und eine umfangreichere Objektbibliothek.