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Inno Award 2013 – echte Innovation oder nur ein Forscherpreis?

Inno Award 2013 in Technologiepark Warnemuende verliehen

Screendesigner Ronny Marx mit seinem Drohnen-Video-Projekt beim Inno Award 2013

Der bundesweit gestiftete Inno Award 2013 fand am 10.06.2013 seinen Höhepunkt. Im Technologiepark Warnemünde fand die Preisverleihung des Preises statt, der insgesamt 51 Teilnehmer zählte. Erst vor wenigen Monaten wurde der Preis ins Leben gerufen und zog auch überregionale Bewerber aus Köln, Hamburg, Berlin und Freiberg an.

Gewinner des Inno Award 2013

Mit einem Gesamtpreis von 18.000 Euro wurden drei Gewinner und damit auch drei Ideen von der Jury ausgewählt und prämiert. Der erste Platz ging an das Projekt „PoreGenic Biosciences der Universität Rostock. Den zweiten Preis erhielt ebenfalls ein Forscherteam der Uni Rostock, das sich mit dem Projekt „Mikro-STL-Anlage“ beworben hatte. Drittplatzierter war Felix Lange mit seinem „Rollstuhl PARAFREE“ aus Schwerin.

Kritik am Inno Award 2013 – war es doch nur ein „Forscherpreis“?

Beworben wurde der Preis mit dem Slogan „Mecklenburg-Vorpommern besteht nicht nur aus malerischen Landschaften und 2.000 km atemberaubender Ostseeküste. Wir befördern auch Innovation.“ Ist das wirklich so? Liest man sich die Titel und Beschreibungen der ersten beiden Plätze durch, klingt das Ganze schon sehr innovativ – aber auch hochwissenschaftlich. Ist man kein Forscher mit Spezialkenntnissen im jeweiligen Bereich, hat man Schwierigkeiten zu verstehen, was die Projekte auszeichnete. Einzig der Drittplatzierte mit einem neuartigen Rollstuhl präsentierte eine Idee, die greifbar und verständlich war. Tatsächlich fand aber keine der vorgestellten Siegerprojekte schon eine echte Anwendung in der Praxis. Man gewann den Eindruck, dass die Projekte die besten Chancen hatten, die die kompliziertesten Titel trugen.

Tolle Projekte aus der Praxis leider nicht praemiert


Ich hatte mich mit vielen Bewerbern des Inno Awards 2013 unterhalten, interessante Menschen getroffen und von tollen Ideen aus der Praxis erfahren. Allesamt waren es junge Leute, teils noch Studenten, die sogar bereits Unternehmen gegründet hatten oder in den Startlöchern zur Selbstständigkeit standen – tolle, praxisnahe Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern, die greifbar sind und sogar schon realisiert wurden. Eines hatten aber alle gemeinsam: sie wurden von der Jury nicht ausgewählt. Leider. Prämiert wurden ausschließlich hochwissenschaftliche Projekte, die größtenteils durch die Universität Rostock finanziell und personell stark um Vorfeld vorangetrieben wurden. Aber wäre es nicht auch einmal sinnvoll gewesen, genauer auf die kleinen Projekte zu schauen? Einzelkämpfer und Ideen mit einem direkten Praxisbezug? Projekte, die man sofort versteht, sehen und anfassen kann? Warum müssen gerade die großen Uni-Projekte (und nur diese) prämiert werden?

Inno Award 2013 – Innovation: ja! Breitenkompatibel: nein!

Der Bericht soll nicht den Eindruck erwecken, dass ich schlicht neidisch auf die Sieger bin, weil ich mit meinem eigenen Drohnen-Video-Projekt nicht prämiert wurde. Keinesfalls! Ich hätte die Preise auch den vielen anderen Mitstreitern gegönnt, die tolle, praktische Ideen hatten. Meines Erachtens ist es schlicht falsch, nur die großen Wissenschaftsprojekte der Universität zu fördern. Vielmehr sollte man seinen Blick auch auf Projekte lenken, die mit nur wenigen Worten erklärt und vom „Otto-Normalbürger“ verstanden werden können. „Mikro-Stereolithograhie-Anlage“ und „Neurodegenerative Erkrankungen“ sind letztendlich die Ideen, die gewannen. Mein Fazit zum Inno Award: leider zu wissenschaftlich ausgerichtet. Große Projekte der Uni Rostock wurden (zusätzlich)  gefördert, kleine Projekte aus der Praxis gingen komplett leer aus. Macht das Mut und Lust auf eine erneute Bewerbung für 2014 mit einem praktischen Projekt? Wohl kaum. Denn: Innovation: ja! Breitenkompatibel: nein!

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