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Google Sandbox Effekt

So schnell wie sie weg sind, so schnell sind sie auch wieder da. „Welcome back, keyword domains.“ Oder doch nicht? Google spielt gerade wieder Pingpong mit den EMDs und PMDs im Xovilichter Contest. Am „schwarzen Freitag“, den 13.06.2014, hatte die bunte Suchmaschine alle Keyword-Domains mit einer Penalty bestraft und um mindestens 100 Plätze nach unten versetzt. Einzig die Seite „xovilichter-smx.de“ überlebte diese Radikalaktion. Ein paar Tage danach tauchten ein paar der abgestraften Seiten vereinzelt wieder in den Top150 auf, um dann kurz danach wieder zu verschwinden. Und gestern, so schien es, kam für viele die Erlösung: das gesamte Xovilichter Ranking wurde massiv durchgemischt und die meisten EMDs und PMDs waren plötzlich mit sehr guten Platzierungen wieder zurück in der Xovi Tabelle. Als ich dann allerdings heute Morgen eben in diese Tabelle schaute, um zu sehen, wie sich die Xovilichter-Domains weiterentwickelt haben, waren sie plötzlich alle wieder weg. Was für ein Durcheinander und ich möchte nicht in der Haut der fleißigen Webmaster stehen, die permanent versuchen, gegen dieses Indexierungs-Chaos anzukämpfen. Scheinbar ist die Penalty noch nicht vorbei und mein Verdacht eines „Sandbox-Effekts“ verhärtet sich an dieser Stelle immer mehr. Allerdings habe ich noch nie eine solch seltsame Sandbox von Google erlebt.

Was ist der Google Sandbox Effekt?

Um eines gleich vorweg zu klären: einen Sandbox-Effekt gibt es offiziell nicht – zumindest nicht von Google bestätigt. Außerdem scheiden sich hier die SEO-Geister: es gibt viele, die die Existenz eines solchen bezweifeln und die andere Hälfte glaubt daran. Fakt aber ist, dass Google gerade neue Domains die stark optimiert sind und in kürzester Zeit viele Backlinks aufbauen, mit einer zeitlich begrenzten Penalty (zu Deutsch „Abstrafung“) belegen kann – vorkommen ist das alles schon und ich habe es mit einem eigenen Projekt ebenfalls bereits erlebt. Es ist aber bis heute nicht ganz geklärt, welche Kriterien genau zu einer solchen Sandbox führen (anders als bei den großen Google Updates Penguine, Panda, Hummingbird oder Payday Loan). Woher der Begriff „Sandbox“ genau kommt, kann ich nicht hundertprozentig sagen, aber er beschreibt das Problem sehr gut: die betroffenen Domains werden in den Sandkasten zum Spielen geschickt – sprich sie sind vorerst aus dem Rennen was das Ranking betrifft. Das klingt nicht nur degradierend, sondern das ist auch so: du (bzw. deine Website) ist das Kind und Google die Eltern. Google entscheidet, wann du wieder bei den großen mitspielen und den Kindergarten verlassen darfst. Zugegeben, dass ist plakativ aber es umschreibt die Penalty sehr gut.

Wie lange dauert ein Sandbox Effekt?

Da es ihn offiziell nicht gibt, kann man das schwer an einer Zahl fest machen. Mein Projekt war damals nur wenige Wochen davon betroffen und dann schnell wieder mit guter Platzierung zu finden. Durchschnittlich geht man aber davon aus, dass der Zeitraum einer Sandbox zwischen 3 und 12 Monaten liegt (Quelle: seo-united.de). Sollte als hier im Xovilichter-Contest tatsächlich eine solche Abstrafung passiert sein, dann wäre das für die Seitenbetreiber sehr bitter, denn ihre Keyword-Domains würden erst nach dem 19.07.2014, also nach dem Ende der SEO Challenge wieder ranken.

Die Google Sandbox Checkliste

Es sei noch einmal erwähnt, dass ich nicht hundertprozentig sagen kann, ob es diese Art von Penalty wirklich gibt und ob die EMDs und PMDs in dieser Challenge davon betroffen sind. Grundsätzlich gibt es allerdings ein paar Regeln, die man beachten sollte und das gilt für alle SEO-Projekte. Hier eine kleine Sandbox Checkliste, mit der man einen solchen Effekt vielleicht vermeiden kann:

  1. zu viele starke Backlinks bei neuen Domains
  2. gleiche Ankertexte bei den Backlinks (Variation kann helfen)
  3. starke Fokussierung auf hart umkämpfte Keywords
  4. Überoptimierung einzelner Keywords und Kombinationen (TLD, Überschriften, Content)
  5. Wann wurde die Domain registriert – neue Domains sind eher betroffen.

Wie kommt man aus der Sandbox raus?

xovilichter-video-56-google-sandbox-effektWie so oft im SEO gilt hier noch einmal mehr: Geduld haben! Das Schlimmste, was man machen kann, ist eine überhastete Gegenmaßnahme. Man sollte den Sandbox-Effekt eher als eine Art Test von Google ansehen, denn im Prinzip handelt es sich nicht um eine „richtige“ Penalty, sondern um ein temporär begrenztes Modell davon. Um aus der Sandbox wieder herauszukommen, sollte man stetig weiter an gutem Content arbeiten und vor allem versuchen ein paar vertrauenswürdige Backlinks auf möglichst natürlichem Wege aufzubauen. Das ist mühsam und quälend, aber die einzige Möglichkeit, das Vertrauen von Google zurückzugewinnen. Andernfalls kann aus einer Sandbox auch eine dauerhafte Penalty werden, wenn man überoptimierte Seite zu schnell zu stark ändert. Gerade allerdings beim Xovilichter Contest 2014 ist dieser Rat nur bedingt hilfreich, denn Zeit ist genau das, was man als Teilnehmer nicht hat. Und trotzdem: Geduld geht vor Hast, denn Google ist sich anscheinend noch nicht ganz sicher, wie er mit den Keyword-Domains in der Challenge umgehen soll. Das beweist dieses ständige Durcheinander in der Ranking-Tabelle immer wieder aufs Neue.

Weitere Tipps zum Sandbox-Effekt findet ihr hier:

http://www.seo-united.de/google/sandbox.html

http://en.wikipedia.org/wiki/Sandbox_effect

http://primweb.de/google-sandbox/

http://pixelgroove.com/serp/sandbox_checker/

Summary
Xovilichter Video Nummer 56: Google Sandbox Effekt
Title
Xovilichter Video Nummer 56: Google Sandbox Effekt
Description

Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle dürfte die aktuelle Situation der Keyword-Domains im SEO Contest bedeutet. Waren gestern noch viele Xovilichter-Domains wieder im ordentlichen Platzierungen wieder da, so sind sie heute alle wieder verschwunden. Die Sandbox von Google ist offensichtlich noch nicht vorbei.

6 Gedanken zu „Google Sandbox Effekt“

  1. Hallo Ronny,
    interessanter Artikel. Davon bin ich natürlich auch betroffen.
    Meine Maßnahmen:
    1. Abwarten und sich mal wieder der Macht von Google beugen.
    2. Wieder aufs Tagesgeschäft konzentrieren.
    3. Auf die Veranstaltung in Köln freuen. 😉
    Viele Grüße,
    Arno

    1. Moin Arno, das ist doch mal eine tolle, alternative Checkliste, wie man mit der Sandbox umgehen kann 😀
      Ein bisschen frischer Content würde deiner Seite übrigens gut tun.

      VG und bis bald in Köln, Ronny

  2. Definitiv ein „Filter“. Echt schade. Zum Glück bin ich so spät rein. Das tut echt weh für alle Anderen mit einer Keyworddomain.

    Ich werde mein Projekt mit der Domain nicht weiterführen und vlt. woanders mit einem Unterblog weitermachen.

    Ronny, ich hatte dir ja versprochen einen Link zu einen meiner Seiten zu platzieren. Falls du noch Lust, hast, bitte mir kurz Bescheid geben. Damit die Seite wenigstens noch einen kleinen Sinn hat 😉 Ich knall dir den Link direkt in den Content ^^ Auch wenn es nicht viel bringt, aber dann war der Aufwand nicht ganz Umsonst 😉

    Grüße
    Marcel

    1. Moin Marcel, da bin ich voll bei dir: schade ist es in jedem Fall. Auch deine Idee mit dem Podcast war keine schlechte Idee und ich glaube, da hattest du auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal. Ganz aufgeben würde ich dennoch nicht.

      Und klar, für einen Link bin ich immer zu haben. Vielleicht gibt’s ja doch noch mal ein Revival der Keyword-Domains und dann bringt der Verweis umso mehr. Wenn du dann mit auf das Support-Shirt willst, sag Bescheid – ein Platz hättest du dann auf jeden Fall verdient.

      VG,
      Ronny

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