Hotlinking – Bilderklau ohne Bilder zu klauen

Der Internet und das Urheberrecht sind zwei Dinge, die sich manchmal ordentlich beißen. Gerade in punkto Verlage und publizierte Texte, die Google indexiert, gab es da in letzter Vergangenheit kräftig Probleme. Grundsätzlich ist es allerdings wesentlich einfacher einen Text zu „scannen“ und zu indexieren als ein Bild. Denn der Googelbot kann, ähnlich wie ein Mensch, einfach durch die Worte und Zeilen fliegen und liest den Content praktisch quer. Anzahl der Worte, Satzbau, Gesamtqualität, Semantik und Kookkurrenzen – all das lässt sich „einfach“ filtern. Das ist auch der Grund dafür, warum viele Xovilichter Teilnehmer einen großen Wert auf lange und ausführliche Texte legen. Bei Bildern sieht das ganz anders aus. Hier gibt es nur eine HTML-Code-Zeile, die ein Bild einbettet. Alles was der Googlebot nun zur Verfügung hat, ist der Dateiname, title- und alt-Tag. Das war’s. Was auf dem Bild zu sehen ist, kann er praktisch nicht lesen oder sehen. Ist alles sauber aufgebaut beim Bilder-SEO, wird die Grafik in der Universal Search (Google Bildersuche) indexiert. Es gibt jedoch nur ein kleines Problem und damit auch Bug im Algorithmus, das findige SEOs für sich nutzen können. Bilderklau ohne Bilder zu klauen – man kapert nur den Traffic der aus der Universal Search – so geschehen in den letzten Tagen der Xovilicher Challenge.

Bilder SEO mit Hotlinking

xovilichter-video-28-bilderklau-mit-hotlinkingJetzt tauchen wir schon einmal ein bisschen tiefer in die SEO Materie ein. Wie Bilder-SEO funktioniert, habe ich auf meiner Startseite im unteren Textbereich ein bisschen näher erklärt. Hier will ich nur ein Thema ansprechen, dass mit Whitehat-SEO mal so gar nichts zu tun hat. Allerdings Blackhat ist es auch nicht wirklich – irgendetwas dazwischen. Da sich aber immer mehr Kandidaten der Xovilichter-Challenge dieser Technik bedienen, möchte ich euch darauf hinweisen, denn es fällt nicht sofort auf, hat aber eine Auswirkung auf das Ranking und damit auch den Wettbewerb. Kommen wir zur Sache: was ist Hotlinking? Nehmen wir an ihr baut in euren Xovilichter-Artikel ein Bild ein, auf dem ein Feuerwerk zu sehen ist. Google indexiert dieses Bild und wenn man „Xovilichter“ in der Bildersuche eingibt, taucht euer Bild dort auf. Mit einem Klick landet man wieder direkt auf eurer Seite, ihr bekommt Traffic und Visits – gut für das Ranking und alles ist prima. Nun kommt ein anderer Webseiten-Betreiber, schreibt auch einen Text über Xovilichter und Feuerwerk und verlinkt jetzt das Wort „Feuerwerk“ mit eurer Bild-URL. Klingt trivial, oder? Hat aber eine echte Auswirkung auf die Universal Search. Denn wenn die Seite des anderen Webseiten-Betreibers „stärker“ / sichtbarer ist oder einfach nur besser rankt dann wird plötzlich in der Google Bildersuche der zweite Betreiber als Quelle für das Bild angezeigt. Klickt man nun auf das Bild, dann landet man sogar auf der Seite des zweiten Betreibers, ohne dass das Bild dort auch tatsächlich hochgeladen wurde oder zu sehen ist. Nun bekommt der zweite Betreiber den Traffic und ihr habt von eurem schönen Bild nicht mehr viel.

Beispiel für Hotlinking in der Xovilichter Challenge

Und genau das passiert gerade in der Xovilichter-Challenge. Hier mal ein kleines, aktuelles Beispiel, wie dynapso.de/xovilichter und schnurpsel.de/xovilichter auf Traffic-Jagd gehen:

Auf beiden Seiten der Teilnehmer wird die URL des Bildes einfach nur als Text ausgegeben. Bei schnurpsel.de befindet sich davor und bei dynapso.de dahinter ein kleines Icon, das mit dem jeweiligen Bild direkt verlinkt ist. Der einzige Unterschied der beiden Seiten ist, dass dynapso.de die Links maskiert und in einer 301-Redirect Weiterleitung versteckt, sodass er praktisch keine ausgehenden Links auf seiner Seite hat. Da die Seite von Nicolas Sacotte sehr stark und sichtbar ist, akzeptiert Google diese „Verlinkung“ und er, bzw. seine Seite bekommt den Traffic aus der Bildersuche und nicht der eigentliche Urheber. Das erklärt sich hier mit 2 Bilder sehr einfach:

xovlichter-hotlinking-bilder-traffic
Bildersuche bei Google mit Traffic-Klau durch Hotlinking
xovilichter-hotlinking-dynapso-carsten-tauber
Hotlinking auf dynapso.de/xovilichter mit einem Bild von Carsten Tauber

Hotlinking Bug im Google Algorithmus

xovilichter-bilderklau-dynapsoNun könnte man doch sagen: „Na wenn Google das so entscheidet, dann kann doch dynapso.de nix dafür.“ Oh doch, denn das passiert nicht zufällig oder aus Versehen. Wer die dynapso.de/xovilichter aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass sich dort etwas verändert hat. In seinem TOP 100 Ranking listet Nicolas seit ein paar Tagen auch die Universal Search auf – also Xovilichter Bilder und Videos. Sprich hier wurde bewusst die Technik hinter seinem Keyword-Monitoring verändert. Fairerweise muss man dazu sagen, dass das andere Teilnehmer der Challenge bereits vor ihm so gemacht haben. Nur mit dem Unterschied, dass Nicolas eine der stärksten Seiten im Contest hat. Damit ist dynapso.de für Google eine Art Autorität und „wichtiger“ als viele andere Seiten. xovilichter-bilderklau-schnurpselErstaunlicherweise scheint das Hotlinking selbst auch mit 301-Weiterleitungen zu funktionieren – also ohne echten Backlink auf die Quelle der Urheber-Seite. Bei schnurpsel.de/xovilichter wurde das mit einer direkten Verlinkung umgesetzt und so konnte sich Ingo Henze (Seitenbetreiber von schnurpsel.de) eine Zeit lang den Traffic von meinen Bildern kapern und zu sich umleiten. Das habe ich mittlerweile wieder behoben und bin wieder rechtmäßiger Urheber meiner Xovilichter Bilder.

Wie kann man sich gegen Hotlinking schützen?

Ich möchte noch einmal erwähnen, dass das keine illegale Methode ist oder hier auf direktem Wege Urheberrechte verletzt werden. Was hier geschieht, ist das Ausnutzen eines uralten Bugs im Google Algorithmus, denn Hotlinking funktioniert schon seit Juli 2009. (Im tagseoblog von Martin Mißfeldt gibt es einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema.) Was mich nur persönlich nervt, ist die Tatsache, dass das Kapern des Traffics einen direkten Einfluss auf das Ranking hat und damit die Challenge entscheiden kann. Da erstellt man mühsam Bilder und möchte damit punkten und dann wird der Traffic praktisch nur um- und von der eigenen Website weggeleitet. Seiten wie dynapso.de und schnurpsel.de haben Null eigene Bilder und profitieren trotzdem von der Mühe anderer. Daher kann ich euch nur empfehlen: schützt eure Bilder und verhindert das Hotlinking anderer Sites. Und so geht’s:

Baut in eurer htaccess-Datei eine Whitelist von Seiten einen, die euer Bild indexieren dürfen. Ihr wollt natürlich schon, dass euer Bild bei Google und Bing angezeigt wird, aber nicht auf anderen Seiten der Xovilichter Teilnehmer. Auf diese Weise verbietet ihr das Hotlinking eurer Bilder von Seiten, die nicht auf dieser Liste stehen. Hier ist der Code für die htaccess-Datei:

<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^$
RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://www\.dynapso\.de.*$ [NC,OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://schnurpsel\.de.*$ [NC]
RewriteCond %{REQUEST_URI} !^.*hotlink\.png$ [NC]
RewriteRule ^.*\.(gif|jpg|png|jpeg)$ http://eure-xovilichter-seite.de/images/xovilichter.jpg [NC,R,L]
</IfModule>

Die Quelle und mehr Infos zu dieser Anleitung gibt es auf www.redirect301.de/bilder-hotlinking-verhindern

Summary
Bilderklau ohne Bilder zu klauen - Hotlinks machen es (noch immer) möglich
Title
Bilderklau ohne Bilder zu klauen - Hotlinks machen es (noch immer) möglich
Description

Nennt es einen Bug oder einfach ein falsches Feature im Google Algorithmus: Hotlinks auf Bilder funktionieren beim SEO noch immer. Die Technik ist eigentlich schon 5 Jahre alt und trotzdem kann man auf diese Weise Traffic aus der Universal Search kapern. Ich erkläre wie das geht und wie man sich bei der Xovilichter Challenge davor schützen kann.

11 thoughts on “Hotlinking – Bilderklau ohne Bilder zu klauen”

  1. Hallo Ronny,

    das ist keine White-List.
    Du sperrst ja nur die Bösen, also Black-List.

    Gruß
    Kristian

    PS: es gibt auch welche, die verlinken fremde Videos zwischen den eignen. Hilft bei der Verweildauer und ist somit gut für’s Ranking.

    1. Moin Kristian,
      na klar ist das eine Whitelist. Die legst damit fest, wer deine Bilder indexieren darf. Alle anderen werden ausgesperrt. Bei einer Blacklist listest du explizit alle auf, die nicht erlaubt sind. Alle, die nicht auf der Liste stehen, dürfen indexieren – also eine klassiche Blacklist. 😉

      Mit den Videos spielst du bestimmt auf meine Seite an. Klar hilft das bei der Verweildauer – aber damit kapere ich keinen fremden Traffic und verlinke auch nur eine öffentlich zugängliche Video-Plattform namens YouTube – und das nebenbei auch auf einer Unterseite. Das ist nach meiner Auffassung eine Whitehat-Methode, oder?

      VG,
      Ronny

      1. Moin moin,
        na solange du selbst dran glaubst…
        Ich fürchte aber du hast da etwas den Plan verloren. Aber weil ich ja der liebe Kristian bin habe ich euch gestern noch aufgeschrieben warum das ohne Plan ist.
        Einen schönen Feiertag wünsche ich allen.
        Gruß
        Kristian

        1. Moin Kristian, ich habe da selbst von einer Seite zitiert, wie ich unter dem Code bereits erwähnt habe. Dort wird auch noch einmal schwarz von weiß schlüssig unterschieden und darauf hatte ich mich berufen: eine Whitelist beinhaltet alle Seiten, die etwas dürfen und der Rest wird ausgeschlossen. Eine Blacklist beinhaltet alle Seiten, die etwas nicht dürfen und der Rest wird eingeschlossen. Klingt für mich als „Nicht-Nerd“ irgendwie einleuchtend. 😉

          VG, Ronny

  2. Vielen Dank Ronny für die ausführliche Analyse und den Hinweis auf die entsprechenden Gegenmaßnahmen. Ich würde das tatsächlich zwar nicht als HOTLink bezeichnen (das wäre m.E. das Einbinden), sondern als Link.

    Kleiner Tipp noch unter uns (weil Du so gut geholfen hast), Du musst nicht auf ein hotlink Bild weiterleiten… 😉 Drehen wir den Spieß also einfach mal um und generieren daraus (je nach Hijacker) einen tollen dofollow Backlink….

    LG Carsten

    1. Moin Carsten, genau auf diese Weise wird allerdings das Hotlinking-Prinzip von Martin Mißfeldt beschrieben, hier zum Nachlesen: http://www.tagseoblog.de/das-hotlinking-problem-google-unter-zugzwang
      Ich lasse mich da aber gern eines besseren belehren 😉 Fakt aber ist, dass es funktioniert und damit Traffic „umgeleitet“ wird. Ärgerlich für alle, die dann von ihren Bilder nix mehr haben.

      Deinen Tipp habe ich allerdings nicht ganz kapiert. Wie soll das genau funktionieren?

      VG, Ronny

  3. Pingback: GerechNet
  4. Trauerspiel Xovilichterchallange…. ohne Worte das da abgeht…Zum Glück doch nicht mitgemacht. Scheiß auf die Preise, scheiß auf den „Fame“ der eh keiner ist. Da kann man sich den Ruf ganz schnell zerstören. Du machst es noch ohne viel „Schindluder“ obwohl ich auch die damaligen Bloglinks von dir Xovilichter nicht schön fand auf diversen Seiten. Muss alles nicht sein.

    1. Moin Sascha, auch Kritik muss erlaubt sein, insofern danke ich dir, für diese offenen und ehrlichen Worte. In einem Punkt muss ich dir sogar Recht geben: ich habe den Xovilichter Contest unterschätzt und hätte nicht gedacht, dass hier mit solchen (teils illegalen) Mitteln gekämpft wird. Das Risiko, die eigene (produktive) Domain ohne eigenes Verschulden zu verbrennen, ist nicht gering und das ärgert / nervt mich. Auf der anderen Seite kann man durch einen solchen Wettbewerb eine Menge Erkenntnisse und Rückschlüsse über den Google Algorithmus ziehen. In diesem Contest konnte man schon viele SEO-Mythen widerlegen – wo kann man das sonst schon? Und trotzdem: du bist nicht der erste und einzige, der Kritik äußert und ich finde, dass sollte man auch anerkennen.

      VG, Ronny

    1. Moin Ingo, ach guck an. Auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. Obwohl das schon für mein Verständnis stark in Richtung Blackhat abdriftet.
      Vielen Dank für den Tipp und viele Grüße, Ronny

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