Was ist der Parallelismus als rhetorisches Mittel?

Parallelismus als rhetorisches Mittel bezeichnet die Wiederholung von Strukturen in einem Text, um eine bestimmte Wirkung auf den Leser zu erzielen. Dabei werden zwei oder mehr Sätze mit ähnlicher Struktur hintereinander gestellt, um eine Parallele zwischen ihnen herzustellen. Durch die Verwendung von Parallelismus wird ein Text rhythmischer und dadurch leichter lesbar und verständlich.

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Beispiele für Parallelismus als Stilmittel in der Rhetorik

Ein bekanntes Beispiel für die Verwendung von Parallelismus findet sich in Martin Luther Kings berühmter Rede „I have a dream“: „I have a dream that one day this nation will rise up and live out the true meaning of its creed: ‚We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal. I have a dream that one day on the red hills of Georgia, the sons of former slaves and the sons of former slave owners will be able to sit down together at the table of brotherhood“. In diesem Beispiel verwendet King Parallelismus, um die Bedeutung seiner Botschaft zu verstärken.

Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von Parallelismus als rhetorisches Mittel findet sich in der Werbung. Ein bekanntes Beispiel ist der Werbeslogan von BMW: „Freude am Fahren“. Durch die Verwendung von Parallelismus wird der Slogan einprägsamer und leichter zu merken.

Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von Parallelismus findet sich in der Bibel: „Suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ Hier wird der Parallelismus verwendet, um die Bedeutung des Textes zu unterstreichen und ihn einprägsamer zu machen.

Alternativen zur Parallelität als rhetorisches Mittel

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Text rhythmischer und lesefreundlicher zu gestalten, ohne auf Parallelismus als rhetorisches Mittel zurückzugreifen. Eine Möglichkeit ist z.B. die Verwendung von Alliterationen, bei denen Wörter mit gleichem Anfangsbuchstaben hintereinander gesetzt werden. Ein bekanntes Beispiel ist der Werbeslogan von Coca Cola: „Coke brings life“. Eine weitere Möglichkeit sind Assonanzen, bei denen Wörter mit gleichem Vokal hintereinander stehen.

Das Gegenteil von Parallelismus als rhetorisches Mittel

Eine Möglichkeit, Parallelismus als rhetorisches Mittel zu vermeiden, ist die Verwendung von Kontrasten. Dabei werden Gegensätze betont, um die Wirkung zu verstärken. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist Charles Dickens‘ Roman „A Tale of Two Cities“, in dem der berühmte Satz „It was the best of times, it was the worst of times“ verwendet wird. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Anaphern, bei denen ein Wort oder eine Wortgruppe am Anfang mehrerer Sätze oder Zeilen wiederholt wird. Ein bekanntes Beispiel ist die berühmte Rede von Winston Churchill: „We shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills“.

Anwendungen des Parallelismus in der Praxis

Parallelismus wird in der Rhetorik in verschiedenen Bereichen verwendet, wie z.B. in der Literatur, der Politik, der Werbung oder auch in der Musik. In der Literatur wird Parallelismus häufig verwendet, um bestimmte Stimmungen oder Atmosphären zu erzeugen oder um die Bedeutung einer Aussage zu unterstreichen. In der Politik wird Parallelismus häufig verwendet, um politische Reden oder Manifeste eindringlicher und einprägsamer zu gestalten. In der Werbung wird Parallelismus verwendet, um Werbeslogans oder Produktbeschreibungen prägnanter und einprägsamer zu machen. Auch in der Musik wird Parallelismus als rhetorisches Mittel eingesetzt, um bestimmte musikalische Effekte zu erzielen oder die Bedeutung eines Textes zu unterstreichen.

Tipps zur Verwendung von Parallelismus als rhetorisches Mittel

Wenn man Parallelismus als rhetorisches Mittel in seinem Text verwenden möchte, gibt es einige Tipps, die man beachten sollte. Zunächst ist darauf zu achten, dass die Strukturen, die wiederholt werden, sinnvoll und angemessen sind. Ein erzwungener Parallelismus kann schnell unangenehm oder unnatürlich wirken. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Parallelität nicht zu oft verwendet wird, da sie sonst schnell ihre Wirkung verliert. Auch zu häufige Wiederholungen können den Leser schnell langweilen oder irritieren. Es ist daher wichtig, den Einsatz von Parallelismen gezielt und bewusst zu planen und einzusetzen. Schließlich ist auf eine klare Struktur und nachvollziehbare Argumentation zu achten, damit Parallelismus nicht zum Selbstzweck wird, sondern die Aussage des Textes unterstützt.